Die Abendstunden sollten eigentlich für Entspannung stehen. Du bereitest Dich auf den Schlaf vor und kommst so langsam zur Ruhe. Der Tag war bereits anstrengend genug und nun soll Dein Stresslevel abfallen.

Im Bett merkst Du jedoch, dass es Dir gar nicht so leicht fällt abzuschalten. Die Gedanken kreisen immer noch um die Probleme des Tages und Du kriegst kaum ein Auge zu. Nervös blickst Du zur Uhr und bemerkst, wie die Zeit vergeht und Du wach im Bett liegst.

Kommt Dir diese Situation bekannt vor und Du kannst nicht einschlafen, obwohl Du Dich müde fühlst? Dann solltest Du die Akupressur ausprobieren, um Deinen Schlaf zu fördern und eine bessere Entspannung zu erreichen.

Wie Schlafstörungen entstehen

Zunächst solltest Du besser verstehen, weshalb Du überhaupt wach liegst und nicht einschlafen kannst. In den meisten Fällen ist dafür der Stress verantwortlich. Stress entsteht immer dann, wenn Du Höchstleistungen abliefern musst und über Deine eigenen Leistungsgrenzen gehst. Meist ist dies im Berufsleben oder dem Studium der Fall. Der Chef kommt mit einer neuen Aufgabe auf Dich zu, die so schnell und gründlich wie möglich bearbeitet werden soll. Im Studium sorgen die zahlreichen Prüfungen für schlaflose Nächte und Du fragst Dich womöglich, wie Dein Leben wohl verlaufen mag, falls Du nicht die gewünschte Leistung ablieferst.

Schlafstörungen - Stress
Stress gilt als einer der Hauptauslöser für schlaflose Nächte

Auf diese Weise zwingst Du Deinen Körper seine letzten Energiereserven zu aktivieren. Die Erregung steigt, der Herzschlag ist beschleunigt, um das Gehirn mit mehr Sauerstoff zu versorgen und Du wirst über Deine eigentliche Leistungsgrenze hinausgetrieben. Punktuell ist der Stress nützlich und eine überlebenswichtige Funktion, um diese Ausnahmesituationen zu bewältigen.

Schädlich wird es jedoch, wenn der Stress dauerhaft auftritt und keine Phase der Entspannung mehr für einen Ausgleich sorgt. Begleitet Dich der Stress für mehrere Tage, Wochen oder Monate, wird irgendwann die Leistungsfähigkeit sinken. Deine Energiereserven sind erschöpft und die Probleme häufen sich.

In diesem Moment fällt es Dir schwerer, zur Ruhe zu kommen und die notwendige Entspannung zu erreichen. Vor dem Schlafengehen kreisen die Gedanken wie wild um die Probleme und anstatt ins Land der Träume abzudriften bleibst Du ungewollt wach.

Die Akupressur setzt an diesem Punkt an und trägt dazu bei, dass Du den Stress verlierst. Mit einer Akupressurmatte oder einem Akupressurkissen förderst Du den Energiefluss des gesamten Körpers. Durch die Stimulation bestimmter Areale erreichst Du einen Zustand der erhöhten Entspannung. Dein Herzschlag normalisiert sich und Du wirst besser einschlafen.

Der erholsame Schlaf ist deshalb so wichtig, weil damit auch die Bewältigung der Probleme zusammenhängt. Mangelt es an Schlaf, bist Du müde und die Aufgaben häufen sich, ohne dass Du in der Lage bist sie zu bearbeiten. Ein Teufelskreis entsteht.

Wendest Du hingegen frühzeitig die Akupressur an, um Deinen Schlaf zu verbessern, wirst Du erholt Deine To-Do Liste in Angriff nehmen und die Punkte effektiver abarbeiten. In der Folge sinkt der Stress und Du hast wieder mehr Freiräume für Dich.

Welche Akupressurpunkte solltest Du stimulieren?

Um eine Entspannung zu erzielen, wird ein Druck auf die folgenden Punkte ausgeübt. Hierzu nimmst Du den Zeige- und Mittelfinger, um die Stimulation zu erzielen. Alternativ kannst Du auch kreisende Bewegungen ausführen, um eine Wirkung zu spüren. Probiere aus, auf welche Weise Du eine größere Erholung verspürst.

Zwischen den Augenbrauen

Bei Kopfschmerzen oder Migräne wirst Du vielleicht schon intuitiv diesen Akupressurpunkt stimulieren. Er befindet sich genau zwischen den Augenbrauen und wird als „Ying Tang“ bezeichnet. Symbolisch steht er für das dritte Auge und stellt eine Verbindung zu Deinem Geist dar.

Stimuliere diesen Punkt für etwa 5 Minuten, um zur Ruhe zu kommen und die Gedanken loszulassen. Nach der leichten Massage fällt es Dir leichter einzuschlafen und die Schlafstörungen vermindern sich mit der Zeit.

Hinter dem Ohr

Die Ohren gelten als empfindliche Bereiche. Als erogene Zone sorgen sie für einen erhöhten Erregungszustand und besitzen eine hohe Wirkung auf Körper und Geist.

Zur Entspannung trägt hingegen ein kleiner Bereich hinter dem linken Ohr bei. In einem Abstand von zwei Fingerbreiten kannst Du diese Zone leicht massieren. Der Druck sollte nicht zu stark sein. Hierbei sind 3 Minuten bereits ausreichend.

Handgelenk

Akupressur - Herz 7
Übe einen Druck in der Falte zwischen kleinem Finger und Ringfinger aus, um den Herzschlag zu beruhigen

Ist Dein Herzschlag beschleunigt, etwa weil Du nervös bist und möchtest Du zur Ruhe kommen, erweist sich dieser Akupressurpunkt als wirkungsvoll. Aufgrund der Regulierung der Herzfrequenz wird er auch als „Herz 7“ bezeichnet.

Er befindet sich im Bereich der Handgelenksfalte zwischen dem kleinen Finger und dem Ringfinger. Am einfachsten findest Du ihn, wenn Du mit dem Daumen der gleichen Hand Dich am kleinen Finger bis zur Handgelenksfalte vortastest. Dort wirst Du zwischen zwei Sehnen eine Vertiefung spüren. Übe einen leichten Druck für rund eine Minute aus. Dies mag im ersten Moment etwas unangenehm sein, die Wirkung ist aber deutlich wahrnehmbar.

Fingerkuppen

Die Fingerkuppen gelten ebenfalls als Akupressurpunkt, mit welchem Du zur Ruhe kommst. Übe mit dem Daumen der einen Hand einen Druck auf die Fingerspitzen der anderen Hand aus. Der Daumen muss nicht separat stimuliert werden. Auch hier ist ein sanfter Druck bereits ausreichend, um die Schlafstörungen in Angriff zu nehmen.

Was gilt es zu beachten?

Die Akupressur ist eine geeignete Möglichkeit, um besser in den Schlaf zu finden. Wende sie ruhig jeden Abend an, um Dein Einschlafverhalten zu fördern. Als nettes Ritual wirst Du besser abschalten und den Stress reduzieren. Übertreibe es allerdings mit der Akupressur-Behandlung nicht und stimuliere die Punkte nur gezielt am Abend, um besser einzuschlafen.

Die Anwendung ist nicht nur für Erwachsene geeignet. Leiden Dein Kind oder Dein Baby ebenfalls unter Schlafproblemen, kannst Du auch bei ihnen die Akupressur durchführen. Diese sollte jedoch kürzer sein und nur wenige Minuten andauern.

Vorsicht ist geboten, falls Du unter entzündlichen Erkrankungen leidest. Bei Rheuma oder einer Arthritis könnte der Druck eher als schädlich wahrgenommen werden. Vertraue daher Deinem eigenen Gefühl während der Akupressur. Sie kann zwar leicht unangenehm, aber nicht schmerzhaft sein. Auch während der Schwangerschaft ist von der Akupressur abzusehen.

Bilden sich nach der Anwendung blaue Flecke, ist dies ein Zeichen dafür, dass der Druck zu stark war. Für eine präzise Stimulation kannst Du auch Gegenstände verwenden, die über eine entsprechende Fläche verfügen.

Weitere Tipps für einen besseren Schlaf

Die Akupressur ist nur ein Mittel, um Schlafstörungen zu lindern. Um den Schlaf zu fördern, solltest Du im Allgemeinen auf Deine Lebensweise und Gesundheit achten.

Dazu gehört, dass Du auf Alkohol und Koffein möglichst verzichtest. Alkohol mag zwar zu einer gewissen Müdigkeit führen, der Schlaf ist aber wenig erholsam, da der Körper mit dem Abbau des Giftstoffs beschäftigt ist. Auch Koffein besitzt eine weitreichende Wirkung und der morgendliche Kaffee kann Dich am Einschlafen hindern.

Um zur Ruhe zu kommen, solltest Du zudem gewisse Schlafrituale einführen. Damit signalisierst Du Deinem Geist, dass nun die Schlafenszeit gekommen ist. Höre etwa entspannende Musik, führe eine Meditation durch oder lese ein entspanntes Buch.

Smartphone abends
Verzichte abends auf das Smartphone und vermeide die Arbeit am Bildschirm

Vermeide hingegen das Nutzen eines Smartphones oder die Arbeit am Computer. Das Licht des Bildschirms verhindert die Ausschüttung des Schlafhormons und versetzt Deinen Körper in den Wachzustand.

Die Akupressur für einen besseren Schlaf

Schlafstörungen sind ein unangenehmer Begleiter für viele Personen geworden. Die steigende Belastung im Berufsleben und der Familie führt dazu, dass es schwerfällt am Abend die notwendige Ruhe zu erreichen. Stattdessen wird im Bett über die Probleme gegrübelt und der Schlaf kommt zu kurz.

Als einfache Methode, um Körper und Geist zu entspannen, gilt die Akupressur. Dabei übst Du einen Druck auf bestimmte Akupressurpunkte aus, um den Herzschlag zu normalisieren und eine Entspannung herbeizuführen. Nutze diese simple Technik, um den Teufelskreis zu durchbrechen und wieder ruhig zu schlafen. Langfristig ist zudem eine Umstellung der Lebensgewohnheiten wichtig, um den Stress zu reduzieren und die Nacht erholsamer zu verbringen.

Weitere Artikel