Das Bindegewebe liegt tief unter der Haut und ist dafür verantwortlich, die Muskulatur, Knochen und Sehnen zu schützen. Es hält alles an seiner Position und dient sogar als ein Ort, an welchem Krankheitserreger abgewehrt werden.

Mit der Bindegewebsmassage ist das Ziel verbunden, die inneren Organe zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern. Denn verklebte Faszien und Verhärtungen des Bindegewebes sind eine der Hauptursachen für Schmerzen und einer eingeschränkten Beweglichkeit.

Lerne, wie Du tiefenwirksam die Bindegewebsmassage durchführst, um eine hohe Wirkung zu erzielen.

Durchführung

Die Bindegewebsmassage löst verklebte Faszien

Der Fokus der Bindegewebsmassage liegt ganz klar auf dem gesundheitlichen Aspekt. Es geht weniger darum den Stress zu reduzieren oder eine Entspannung herzustellen, als vielmehr die körperlichen Beschwerden zu lindern. Daher sollte von Anfang an klar sein, dass der einwirkende Druck teilweise als schmerzhaft empfunden werden kann und die Massage nicht immer als angenehm gilt. Am Ende der Anwendung wirst Du jedoch eine deutliche Linderung der Beschwerden spüren, welche hoffentlich für lange Zeit anhält.

Die gesamte Bindegewebsmassage ist im Vergleich zu anderen Anwendungen eher kürzer gehalten. Sie dauert nur zwischen 10 und 30 Minuten. Es ist ausreichend, sie ca. 2 bis 3 Mal pro Woche durchzuführen. Der Zeitaufwand hält sich also in Grenzen und Du wirst dennoch von der Massage profitieren. Zu Beginn ist es jedoch ratsam die Dauer etwas zu steigern. Wurde nach den ersten Sitzungen das Bindegewebe gelockert, sind kürzere Behandlungsdauern ausreichend, um die Flexibilität beizubehalten.

Die Massage bezieht sich zum Großteil auf den Rücken. Das heißt, dass der Patient auf dem Bauch liegt. Der Masseur beginnt am unteren Rücken mit der Massage und arbeitet sich in den Bereich des oberen Rücken vor.

Mit der Behandlung des gesamten Rückens ist das Ziel verbunden, die Funktionsweise der Organe zu verbessern. Denn diese werden stark vom Bindegewebe beeinflusst und ergeben sich dort Verspannungen, kann sich dies auf die Organe auswirken.

Als Massagetechniken werden spezielle Handgriffe verwendet, mit der das Bindegewebe gelockert wird. Ring- und Mittelfinger massieren die Haut unter Streichen oder einem Zug.

Eine Möglichkeit, um das Bindegewebe zu massieren, besteht in dem Verschieben der oberen Haut. Dabei wird das Unterhautgewebe mit Daumen und Fingerkuppen bewegt. Der Masseur dringt etwas tiefer in die Haut vor und erzielt eine größere Tiefenwirkung. Es kann aber auch eine eher oberflächliche Wirkung erzielt werden, indem nur die obere Hautschicht verschoben wird.

Um das Bindegewebe von Verklebungen zu befreien, kann auch die Faszientechnik angewandt werden. Dabei übt der Masseur einen Zug auf die Faszienränder aus, welche regelrecht an den Fingerkuppen eingehakt sind.

Bei dieser Massageform geht es also weniger darum einen Druck auszuüben und auf diese Weise Knoten zu lösen, sondern durch gezieltes Verschieben des Hautgewebes, das Bindegewebe zu bearbeiten. Je stärker der Zug ist, desto intensiver ist die Wirkung.

Wirkung der Bindegewebsmassage

Obwohl die Bindegewebsmassage nicht immer angenehm ist, wird dennoch eine hohe Entspannung erzielt. Sowohl das Gewebe als auch die inneren Organe und die Muskulatur entspannen sich unter dem Einfluss der Massage.

Rücken - Organe
Komplexe Nervenzonen am Rücken beeinflussen die verschiedenen Organe

Die Oberfläche des Rückens ist zudem in verschiedene Zone unterteilt. Jede Zone steht über Nerven in Verbindung mit einem inneren Organ. Durch die Massage der jeweiligen Zone wird die Durchblutung verbessert und der Stoffwechsel angeregt. Dies wirkt sich positiv auf die Funktionsweise des Organs aus. Die Selbstheilungskräfte des Organs werden angeregt und etwaige Beschwerden reduziert.

Damit die Behandlung zu einem vollen Erfolg wird und die Organe tatsächlich davon profitieren, ist ein hoher Kenntnisstand in Bezug auf die Reflexbögen und das Nervensystem notwendig. Laien werden kaum eine Wirkung auf die Organe erzielen.

Die Bindegewebsmassage führt zudem dazu, dass die Durchblutung gefördert wird. Die Muskulatur entspannt sich und dies sorgt dafür, dass das Blut in den Gefäßen leichter fließt. Zudem wird über die Reflexbogen die Ausweitung der Gefäße beeinflusst. Dank der Behandlung normalisieren sich die Blutgefäße und die Organfunktionen.

Gleichzeitig tritt eine schmerzlindernde Wirkung ein. Das Bindegewebe wird gelockert und die Verspannungen gelöst, sodass die Ursachen der Schmerzen häufig zurückgehen.

Eine Nebenwirkung bei der Durchführung der Bindegewebsmassage ist das eher unangenehme Empfinden der Massage. Es kann sich durchaus so anfühlen, als würde der Masseur mit seinen Fingernägeln in die Haut fahren, obwohl er nur sanft mit den Fingerkuppen arbeitet. Je größer die Verspannungen, desto intensiver ist dieses Gefühl.

Zudem kann es zu einem Schwitzen des Patienten und leichten Quaddelbildungen kommen. Die Quaddeln sind eine Reaktion auf die gesteigerte Durchblutung.

Hilft die Bindegewebsmassage gegen Cellulite?

Die Bindegewebsmassage ist bei einer Reihe von Krankheitsbildern hilfreich. Sie wird etwa angewandt, um rheumatische Erkrankungen zu behandeln und Beschwerden der Wirbelsäule zu lindern. Auch der Bewegungsapparat profitiert von der Massage und gewinnt eine ganz neue Bewegungsfreiheit.

Als Ursache für die Cellulite gilt ein schwaches Bindegewebe. Dies ist nicht in der Lage die Gewebsschichten auf der Position zu halten und das Fettgewebe schiebt sich gegen die oberen Hautschichten. Das Fettgewebe zeichnet sich deutlich in Form der Dellen an der Oberfläche ab.

Die Bindegewebsmassage kann helfen, die Struktur zu stärken. Das Fettgewebe wird besser stabilisiert und drückt sich weniger stark gegen die obere Hautschicht. Dennoch gilt die Massage als wenig optimal in Bezug auf die Cellulite. Sie ist relativ unangenehm und eher für andere Anwendungen gedacht.

Als hilfreicher erweisen sich etwa eine Lymphmassage oder Yoga gegen Cellulite. Auch ein Cellulite Massage ist effektiver in der Anwendung, um die Orangenhaut zu reduzieren.

Die Bindegewebsmassage selber durchführen

Die Bindegewebsmassage wird in einer festen Reihenfolge und Technik durchgeführt. Unterschieden wird hierbei in dem „kleinen Aufbau“, bei welchen das Beginn zunächst gedehnt wird und dem „großen Aufbau“, wobei eine Dehnung des Rückens stattfindet.

Aufgrund der Techniken und der aufwendigen Dehnung ist es nicht möglich, diese Massage allein durchzuführen. Der Rücken und die entsprechenden Stellen können selber kaum erreicht werden. Zudem sind für diese Massage spezielle Techniken notwendig, die nur von einer anderen Person durchgeführt werden können.

Bindegewebsmassage - Masseur
Die Bindegewebsmassage sollte nur von erfahrenen Masseuren durchgeführt werden

Da die Bindegewebsmassage mit hohen Anforderungen verbunden ist, sollte diese nur von erfahrenen Masseuren oder Physiotherapeuten durchgeführt werden. Laien werden kaum die gewünschte Wirkung erzielen.

Teilaspekte der Massage können aber auch selbstständig durchgeführt werden. Dies betrifft zum Beispiel die Oberschenkel und Waden. Diese sind gut zu erreichen und können dementsprechend massiert werden. Allerdings sind auch wieder Massagetechniken notwendig, die eigentlich nur von jemand Drittes durchgeführt werden können.

Daher gilt die Aussage, dass eine Bindegewebsmassage nur von einem erfahrenen Therapeuten seine volle Wirkung erreicht. Zur Selbstmassage solltest Du lieber andere Massagearten verwenden.

Wer profitiert von der Bindegewebsmassage?

Wer sollte eine Bindegewebsmassage bei sich durchführen lassen, um die wohltuende Wirkung zu nutzen?

Die Massage ist hervorragend für Personen geeignet, die an Erkrankungen des Bewegungsapparates leiden. Dazu zählen etwa die Arthrose und rheumatische Erkrankungen. Auch in Folge von Verletzungen bietet es sich an, die Bindegewebsmassage durchzuführen.

Auch bei Erkrankungen der Organe sind lindernde Effekte zu beobachten. So kann etwa die Verdauung von der Massage profitieren und Beschwerden bei Atemwegserkrankungen zurückgehen.

Da die Durchblutung gefördert wird, können Durchblutungsstörungen erfolgreich behandelt werden. Ist etwa die Venenfunktion eingeschränkt, ist diese Massage auch dafür gut geeignet.

Ebenso ist die Massage hilfreich, falls Du unter Kopfschmerzen oder einem hohen Stress leidest. Durch die bessere Durchblutung und der entspannenden Wirkung werden die Kopfschmerzen zurückgehen und Verspannungen der Vergangenheit angehören.

Die Bindegewebsmassage kann jedoch auch eine Belastung für den Körper darstellen. Daher sollte auf die Anwendung verzichtet werden, wenn akute Entzündungen vorliegen oder das Immunsystem geschwächt ist. Dies kann etwa in Folge einer Krebserkrankung der Fall sein. Wer diese Massage empfängt, sollte sich in einer guten körperlichen Verfassung befinden.

Mit der Bindegewebsmassage Verspannungen lösen

Um das tieferliegende Gewebe zu bearbeiten ist eine spezielle Massagetechnik notwendig. Bei der Bindegewebsmassage werden mit einem gezielten Verschieben und Ziehen der Hautschichten, die Faszien gelockert und auf das Nervensystem eingewirkt.

Dadurch ist es Dir möglich Verspannungen zu lösen und Bewegungseinschränkungen zu reduzieren. Organe werden besser durchblutet und in ihrer Funktion gestärkt.

Nutze diese anspruchsvolle Massage, um eine tiefgreifende Wirkung hervorzurufen und die bestehenden Beschwerden zu lindern.