Wenn an das Saunieren gedacht wird, entsteht meist das Bild einer finnischen Sauna in den Gedanken. Doch die Erdsauna gilt als die ursprünglichste Form, in welcher Personen die Wärme genutzt haben, um Ihren Körper zu stärken und sich zu entspannen.

Doch was ist eigentlich unter der Erdsauna zu verstehen?

Was ist eine Erdsauna?

Dass eine Sauna wohltuend für Körper und Geist ist, ist heutzutage kein Geheimnis mehr. Durch die wärmenden Anwendungen wird das Immunsystem gestärkt und ein Zustand der Entspannung erreicht. Die Muskulatur lockert sich und nach der Sauna wirst Du Dich wesentlich besser fühlen.

Erdsauna - Steine
Die Erdsauna wurde mit Steinen ausgefüllt, welche die Wärme speicherten

Diese positiven Eigenschaften werden nicht erst seit Kurzem genutzt, sondern in Form einer Erdsauna vor langer Zeit für sich gewonnen. Hierbei wird die Sauna direkt in die Erde eingelassen. Die Sauna befindet sich entweder in einem Erdkeller oder in einem Erdhügel. Traditionell wurden Löcher ausgegraben und mit Steinen ausgelegt. Zur besseren Isolierung dienten Kieferstämme, die als Dach fungierten.

Der Vorteil dieser Konstruktion ist, dass die Steine die Wärme für einige Stunden speichern. Zu Beginn diente die Erdsauna nicht gerade als Wellness-Anwendung, sondern als Behausung. Bewohner Skandinaviens nutzten diese Konstruktion, um sich vor der Kälte zu schützen. Insbesondere ärmere Personen mussten mit solch einem einfachen Bauwerk Vorlieb nehmen.

Da in der Erdstelle auch gekocht wurde, bot das Loch mit den ausgelegten Steinen den Vorteil, dass die Wärme besser isoliert und gespeichert wurde. Anstatt, wie bei einem gewöhnlichen Haus nach draußen zu ziehen, verbleib die Wärme länger in dem Loch.

Heutiger Stand

Die heutige Erdsauna hat mit der ursprünglichen Form nur noch wenig zu tun. Sie befindet sich nicht mehr zwingenderweise komplett unter der Erde, sondern nur ein Teil kann im Untergrund liegen.

Der Zweck hat sich ebenfalls stark gewandelt. Stand ursprünglich im Vordergrund sich warmzuhalten und vor der Kälte zu schützen, ist heute der Wellness-Aspekt der Sauna wichtig. Natürlich hat sich auch die Ausstattung verändert und die Erdsauna gleicht einer modernen Sauna.

Angeboten wird die Erdsauna nur noch von wenigen ausgewählten Thermen und Hotelanlagen. Diese haben jedoch mit einem einfachen Erdloch kaum etwas gemeinsam. Der Boden ist gefliest und die Ausführung erinnert eher an eine gewöhnliche Sauna. Ebenso ist ein Rauchabzug vorhanden, auf denen in den ursprünglichen Erdsaunen verzichtet wurde.

Nutzung

Auch wenn die Erdsauna sich stark gewandelt hat, so werden einige Vorteile dennoch ausgenutzt. Dabei werden vor allem die starke Wärmeisolierung und Hitzeentwicklung betrachtet.

Erdsauna - Saunagänger
Die Erdsauna richtet sich an erfahrene Saunagänger

Eine Erdsauna weist in der Regel Temperaturen von mehr als 100°C auf. Damit ist sie für Anfänger eher nicht geeignet und sollte nur von erfahrenen Saunabesuchern genutzt werden. Nur in bester körperlicher Verfassung ist der Besuch zu empfehlen.

Ein Saunagang bei diesen heißen Temperaturen sollte zwischen 10 und 15 Minuten dauern. Damit wird die positive Wirkung genutzt und der Körper keiner zu großen Belastung ausgesetzt.

Wer möchte, kann sich nach dem Saunagang in kaltes Eiswasser begeben, um sich abzukühlen. Alternativ ist auch ein Kältebecken oder ein Sturzeimer zur Erfrischung nutzbar. Damit setzt Du noch einen drauf und stärkst die Abwehrkräfte Deines Körpers.

Wirkung der Erdsauna

Wie jede Anwendung der Sauna stärken auch die regelmäßigen Besuche einer Erdsauna die Abwehrkräfte. Vor allem, wenn Du häufiger unter Infekten im Winter leidest und Dein Immunsystem nicht das stärkste ist, ist die Sauna eine gute Gelegenheit, den Körper zu stärken. Begib Dich aber nicht in die Sauna, falls Du unter einem akuten Infekt leidest, sondern achte darauf, in möglichst guter Verfassung zu sein.

Die warmen Temperaturen sorgen dafür, dass sich die Gefäße erweitern und die Durchblutung gefördert wird. Dies ist eine Reaktion des Körpers auf die Wärme und ein Versuch, sich zu kühlen. Der Kreislauf gerät in Schwung und die Selbstheilungskräfte werden gestärkt.

Der Effekt hält auch nach dem Saunabesuch noch an, sodass die Durchblutung über einen längeren Zeitraum verbessert wird. Dies ist zum Beispiel für Sportler ein wichtiger Effekt, um die Regeneration zu verbessern.

Um das Immunsystem zu kräftigen, steht nach dem heißen Saunabesuch die Abkühlung an. Durch den starken Temperaturwechsel wird der Körper auf eine harte Probe gestellt und gestärkt. Gehe aber lieber behutsam vor, um den Kreislauf nicht zu überlasten.

Die Erdsauna als ursprüngliche Form

Zu Beginn wurde in Skandinavien eher pragmatisch gelebt und die Erdsauna galt mehr als Behausung und nicht als Ort der Erholung. Löcher wurden tief in den Boden gegraben, um sich dort besser vor der Kälte zu schützen. Feuer wurden entfacht und dort gekocht. Die ausgelegten Steine speicherten die Wärme und hielten die Bewohner für längere Zeit warm.

Erst im späteren Verlauf wurde erkannt, dass die Wärme sich auch positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden auswirkt. Heutzutage ist es praktisch unmöglich eine „echte“ Erdsauna zu besuchen, da diese über einen Rauchabzug verfügen müssen. Ebenso sind diese meist modern ausgestattet und haben kaum etwas mit der traditionellen Form gemein.

Dennoch gilt die Erdsauna als sehr anspruchsvolle Übung und mit Temperaturen von mehr als 100°C richtet sie sich hauptsächlich an erfahrene Saunagänger. Möchtest Du mal so richtig ins Schwitzen kommen, dann probiere doch diese herausfordernde Sauna aus.