Dass bei einer Massage ein Öl eingesetzt wird, sollte nichts Besonderes sein. Es hilft dabei die Reibung zwischen den Händen des Masseurs und der Haut des Patienten zu mindern. Zugleich kann das Öl mit Duftstoffen versehen sein, um zu einer entspannenden Atmosphäre beizutragen.

Doch was kannst Du unter einer Ölmassage verstehen und welche Wirkung wird mit dieser erzielt?

Was ist die Ölmassage?

Bei der Durchführung einer Massage besteht die Wahl aus einer Trockenmassage oder der Anwendung des Öls. Mit beiden Massagearten ist das Ziel verbunden das Wohlbefinden zu steigern und in eine wohltuende Entspannung zu finden. Es wird ein Druck auf bestimmte Punkte des Körpers ausgeübt und durch diesen die Muskulatur gelockert.

In manchen Massagerichtungen steht der Energiefluss im Fokus. Dies ist zum Beispiel bei der ayurvedischen oder der Thai-Massage der Fall. Durch den Druck auf spezielle energetische Punkte wird der Fluss verbessert und ein höheres Energielevel erreicht.

Ölmassage - Haut
Das Öl erleichtert die Massage und reduziert die Reibung zwischen Hand und Haut

Die Ölmassage setzt an diesen Punkten an und ist von der Ausführung kaum anders. Als Hilfsmittel kommt jedoch ein Öl zum Einsatz, welches die Massage erleichtern soll. Welches Öl verwendet wird, hängt stark von der Form ab. Je nach durchgeführter Ölmassage gibt es durchaus Unterschiede und andere Öle, die zum Einsatz kommen.

So kann das Öl in seiner Konsistenz und der Temperatur variieren. Mal ist es flüssiger und kalt, während andere Masseure auf eine warme und zähflüssige Variante vertrauen. Dies ist abhängig von der gewählten Massageart und der Wirkung, die erzielt werden soll.

Um für hygienische Bedingungen zu sorgen, sollte auf der Massageliege ein ölabweisender Vliesbezug aufliegen. Mit dieser wird die Liege vor Flecken auf der Oberfläche geschützt. Damit ist die Ölmassage mit etwas mehr Aufwand verbunden als eine gewöhnliche Trockenmassage.

Welche Wirkung wird mit der Ölmassage erzielt?

Die Ölmassage wird bei einigen Beschwerden und Krankheiten eingesetzt. Vor allem bei Problemen des Gelenkapparates und der Muskulatur wird auf die Kraft des Öls gesetzt, um eine Linderung zu verschaffen.

Im Bereich der Physiotherapie erfreut sich die Ölmassage einer hohen Beliebtheit. Dort wird sie eingesetzt, um die Bewegungsfähigkeit von Unfallpatienten zu verbessern und die Rehabilitation zu beschleunigen.

Ölmassage - Vorbeugung
Die Ölmassage wird zur Vorbeugung von Sportverletzungen eingesetzt

In der Sportmedizin wird die Ölmassage sowohl vorbeugend als auch therapeutisch eingesetzt. Mit ihr wird das Verletzungsrisiko gemindert Sportverletzungen behandelt.

Abseits des Sports wird die Ölmassage natürlich auch angewandt, um Personen von dem Stress des Alltags zu befreien. Diese Massageform ist ideal dafür geeignet die Anspannung zu senken und eine Entspannung herbeizuführen.

Daher bildet die Ölmassage ein sehr breites Anwendungsgebiet ab. Die folgenden Wirkungen können mit dieser Massage erzielt werden.

  • Förderung der Durchblutung
  • Besseres Hautbild
  • Gelenkbeschwerden lindern
  • Regeneration der Muskulatur
  • Stress reduzieren

Teilweise werden auch ätherische Öle angewandt, um zum Beispiel Atembeschwerden zu behandeln. Dies sollte jedoch nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Denn hinter den Atembeschwerden können ernsthafte Erkrankungen stehen, deren Ursache behandelt werden muss. Die ätherischen Öle können zwar die Symptomatik verbessern, beseitigen aber nicht das ursächliche Krankheitsbild.

In diesem Fall ist der Arzt der richtige Ansprechpartner, um mit entsprechenden Medikamenten die Viren oder Bakterien zu behandeln. Die Ölmassage allein wird diese Krankheitsläufe nicht verbessern und es wäre gefährlich, auf den professionellen Rat des Arztes bei einer ernst zu nehmenden Infektionskrankheit zu verzichten.

Varianten

Die Ölmassage besitzt eine lange Tradition und wurde in vielen Regionen, vor allem im asiatischen Kreis praktiziert. Aus dieser Tradition haben sich unterschiedliche Varianten gebildet, die mittlerweile auch in Deutschland angewandt werden.

Abhyanga – Ayurvedische Ganzkörpermassage

Eine Ganzkörpermassage mit dem Ziel der höchsten Entspannung bietet Abhyanga. Bei dieser Massage werden warme pflanzliche Öle auf den Körper gegeben, um einen wohltuenden und entspannenden Effekt zu erzielen. Es werden mehrere Techniken verbunden, um eine tiefe Entspannung hervorzurufen und den Körper zu revitalisieren.

Der Begriff „Abhyanga“ stammt aus dem Alt-Indischen und bedeutet „große Einölung mit liebenden Händen“.

Das Öl dringt tief in die Haut ein und sorgt nicht für eine Entspannung, sondern ein gesünderes Hautbild. In Verbindung mit der durchgeführten Massage wird der Stress gelindert und die Probleme des Alltags für einen Moment ausgeblendet.

Je nach Streichrichtung werden unterschiedliche Wirkungen erzielt. Die beiden Bewegungsrichtungen werden als „Anuloma“ und „Pratiloma“ bezeichnet.

Bei der Technik der Anuloma findet eine Ausstreichung mit der Haarrichtung statt. Diese wirkt eher beruhigend und trägt zur Entspannung bei.

Anders verläuft die Variante Pratiloma. Bei dieser wird entgegen der Haarrichtung gearbeitet und auf diese Weise eine anregende Wirkung erreicht.

Es kann also nicht davon gesprochen werden, dass die Abhyanga Ganzkörpermassage nur eine Wirkung erzielt. Je nach Massagetechnik lässt sich entweder ein entspannender oder anregender Effekt bemerken.

Das Öl wird bei dieser Massage als wichtiger Nährstoff betrachtet. Es zieht tief in das Gewebe ein und entfaltet dort seine Wirkung. Daher ist auch entscheidend, welche Art von Öl eingesetzt wird.

Am häufigsten verbreitet ist ein warmes Sesamöl. Dieses durchdringt die Haut bis in die tieferen Schichten und versorgt das Gewebe.

Als Alternative kann auch ein kühlendes Rosenöl oder Mandelöl verwendet werden. Diese riechen zugleich angenehm und werden als wohltuend wahrgenommen.

Somit stellt die Abhyanga Massage eine vielfältige Form der Ölmassage dar. Je nach genauer Technik lässt sich eine Entspannung einleiten oder das Energielevel anheben.

Thai Ölmassage

Eine weitere Massagevariante, die auf die heilende Wirkung des Öls setzt, ist die Thai Ölmassage. Bei dieser werden die typischen Handgriffe der Thaimassage mit einem Massageöl verbunden. Dadurch wird sie insgesamt als sanfter wahrgenommen und der Fokus liegt eher auf dem Entspannungseffekt.

Das Öl dient hierbei der leichteren Durchführung der Massage. Es wird direkt auf die Haut gegeben, um die Reibung zu vermindern. Dadurch treten weniger Irritationen auf und die Haut wird geschont.

Wie bei einer Thaimassage üblich werden mit den Handgriffen die speziellen Energiepunkte angesprochen. Durch die Massage werden die Blockaden gelöst und die Lebensenergie kann besser fließen.

Je nach dem verwendeten Öl werden zusätzliche Wirkungen erzielt. Das Öl kann etwa die Haut pflegen und mit Feuchtigkeit versorgen oder die Stressbelastung senken.

Thai Ölmassage - Büro
Die Thai Ölmassage ist gut für Dich geeignet, wenn Du viel Zeit am Schreibtisch verbringst

Die Thai Ölmassage wird überwiegend zur Entspannung eingesetzt. Leidest Du unter Rückenschmerzen oder sitzt häufig im Büro, eignet sich diese Massageform hervorragend, um den Beschwerden vorzubeugen. Es findet nicht nur eine oberflächliche Behandlung statt, sondern der Masseur erreicht mit geschulten Handgriffen die tieferen Strukturen des Gewebes.

Schwedische Massage

Mit Massagetechniken wird überwiegend der fernöstliche Raum in Verbindung gebracht. Doch eine der bekanntesten Techniken wird Skandinavien zugeschrieben. Die schwedische Massage gehört zu den gebräuchlichsten Methoden, bei welcher verschiedene Handgriffe kombiniert werden. Der Masseur knetet, streicht und führt Kreisbewegungen aus, um den Massageeffekt zu erzielen.

Die schwedische Massage kann als Ölmassage ausgeführt werden. Bei dieser wird nicht ganz so viel Öl eingesetzt. Anders als bei der Thai Ölmassage geht es nicht darum Energieblockaden zu lösen. Der Fokus ist praktisch veranlagt und konzentriert sich auf Verspannungen in der Muskulatur. Daher ist die Massage vor allem für Personen geeignet, die einer körperlich anstrengenden Tätigkeit nachgehen.

Mit der schwedischen Massage lässt sich nicht nur die Struktur der Muskulatur lockern. Ihr wird auch nachgesagt, dass sie bei Verdauungsproblemen hilft und die Durchblutung fördern kann.

Bei dieser Massageform ist eine freie Wahl des Öls möglich. Ganz nach Deinen Vorlieben kannst Du ein Öl wählen, welches als angenehm empfunden wird. Um ganz in die Atmosphäre Skandinaviens abzutauchen, werden gerne Aromadüfte verwendet, die an die Wälder der Region erinnern. Dazu zählen:

  • Moschus
  • Tanne
  • Fichte

Eine wirkliche Einschränkung gibt es aber nicht, sodass Du auch exotische Düfte und Öle verwenden kannst.

Mit der Ölmassage abschalten

Die Ölmassage erweist sich als besondere Form unter den Massagetechniken. Anstatt nur mit den Händen einzuwirken und diese über die Haut gleiten zu lassen, wird nun zusätzlich ein Öl eingesetzt. Dieses verringert die Reibung und schont die Haut. Dadurch kann der Masseur gezielter die Muskulatur bearbeiten und bis in die Tiefe vordringen, ohne dass die Haut einer höheren Belastung ausgesetzt ist.

Angenehm ist zudem, dass die Öle über verschiedene Eigenschaften verfügen. Über die Duftnote lässt sich die Stimmung beeinflussen und Du kannst entweder entspannen oder angeregt werden. Dadurch verleiht das Massageöl eine ganz besondere Wirkung, welche zu Deinem Wohlbefinden beiträgt.

Probiere die Ölmassage bei Deinem Partner aus und spüre, wie wohltuend das Öl ist. Achte aber darauf eine geeignete Unterlage zu verwenden, damit keine Flecken auftreten. Erwärme das Öl vor der Behandlung und gebe es dann auf den Rücken. Nun kannst Du mit der Ölmassage beginnen und zu einer tiefenwirksamen Entspannung beitragen.