Die Faszien besitzen einen hohen Einfluss auf die muskuläre Gesundheit. In den letzten Jahren wurde immer mehr erkannt, dass die Ursache von Schmerzen in der Muskulatur häufig von den Faszien ausgeht. Diese stellen das Bindegewebe dar und üben eine stabilisierende Funktion aus. Verhärten diese oder kommt es zu Beeinträchtigungen, ist ein deutlicher Schmerz wahrnehmbar.

Mit der Triggerpunkttherapie lassen sich diese Beschwerden behandeln. Lerne, was es mit dieser Therapie auf sich hat und wie sie Deine Gesundheit fördert.

Was sind Triggerpunkte?

Triggerpunkte - Muskulatur
Triggerpunkte sind lokale Verhärtungen der Muskulatur

Zunächst sollst Du erfahren, wobei es sich bei den Triggerpunkten handelt. Diese sind schließlich das Ziel dieser Therapie.

Myofasziale Triggerpunkte stellen eine punktuelle Veränderung der Muskelfaszien dar. Da Faszien über mehr Schmerzrezeptoren verfügen als die Muskelfasern selbst, geht von ihnen häufig der Schmerz aus. Zudem führen Beeinträchtigungen der Muskelfaszien zu Funktionsstörungen im Bewegungsapparat. Die Beweglichkeit ist eingeschränkt und es wird automatisch eine Schonhaltung eingenommen.

Die Triggerpunkte werden anhand ihres Zustandes unterteilt. Aktive Triggerpunkte sind deutlich wahrnehmbar. Sie befinden sich im Muskel und lösen dort einen Schmerz aus, welcher auch in die angrenzende Körperregionen ausstrahlt. Verspannungen im Nacken können etwa bis in die Hände ausstrahlen und dort Funktionsstörungen auslösen. Ebenso kann die verspannte Muskulatur zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Durchblutungsstörungen führen.

Latente Triggerpunkte sind mit weniger Beeinträchtigungen verbunden. Sie sind zwar in der Muskulatur vorhanden, lösen aber zunächst keine Symptome aus. Selbst über mehrere Jahre können sie im Muskel verbleiben, ohne dass sich dies in Beschwerden äußert. Durch eine Fehlbelastung oder einer Veränderung der Struktur können diese latenten Triggerpunkte jedoch aktiv werden.

Die Triggerpunkte stellen eine punktuelle Verspannung der Muskulatur dar. Dies kannst Du meist deutlich ertasten. Der Muskel ist am Triggerpunkt verhärtet und als Knoten wahrnehmbar. Ein Druck auf diese Stelle ist mit einem deutlichen Schmerz verbunden.

Neben den Schmerzen sind die Triggerpunkte für weitere Beschwerden verantwortlich. Die Beweglichkeit ist eingeschränkt, es kommt zu einer Schonhaltung und der Knorpel verschleißt schneller. Ebenso tritt eine höhere Belastung der Gelenke auf und das Risiko eines Bandscheibenvorfalls nimmt zu. Zusammenfassend sind dies die Folgen der Triggerpunkte:

  • Schmerzen
  • Verminderte Beweglichkeit
  • Zunehmender Knorpelverschleiß
  • Arthrose
  • Bandscheibenprobleme

Wie entstehen Triggerpunkte?

Die meisten Triggerpunkte lassen sich im Nacken vorfinden. Dieser ist aufgrund der modernen Lebensumständen einer besonderen Belastung ausgesetzt.

An vorderster Stelle steht hierbei die längere Tätigkeit im Sitzen. Arbeitest Du am Schreibtisch, wirst Du die meiste Zeit des Tages sitzen. Die Muskulatur wird unausgewogen beansprucht und es treten Dysbalancen auf. Dies führt dazu, dass dauerhaft ein Zug auf den Muskel ausgeübt wird und dieser daraufhin verhärtet.

Ursächlich ist zudem die Fehlhaltung bei der Arbeit vor dem Monitor. Der Kopf wird nach vorne geschoben und die Halswirbelsäule nicht ausgeglichen belastet. Dementsprechend nimmt das Risiko unter den Triggerpunkten zu leiden zu.

Neben dem Bewegungsmangel und einer ungesunden Haltung sollte auch die mentale Komponente nicht vernachlässigt werden. Stress gilt ebenso als Auslöser für das Entstehen der Triggerpunkte. Die mentale Anspannung überträgt sich regelrecht auf die Muskulatur und die Phase der Entspannung wird vernachlässigt.

Gesellt sich zu diesen Problemen noch ein allgemein ungesunder Lebensstil, ist dies eine zusätzliche Beeinträchtigung der Muskulatur. Alkohol, Nikotin sowie Übergewicht begünstigen die Funktionsstörungen und führen zu den schmerzhaften Verhärtungen.

Ursächlich für Triggerpunkte sind in den meisten Fällen:

  • Bewegungsmangel
  • Fehlhaltung
  • Stress
  • Ungesunder Lebensstil

Was ist unter der Triggerpunkttherapie zu verstehen?

Mit der Triggerpunkttherapie kann gezielt auf die schmerzhaften Punkte eingewirkt werden. Selbst falls die Triggerpunkte bereits seit mehreren Jahren bestehen, ist es möglich diese in wenigen Behandlungsschritten zu lösen.

Um den Muskel zu entspannen wird zunächst eine Wärme aufgebracht. Dies gelingt etwa mit einer Wärmflasche, Körnerkissen oder Rotlicht. Die Wärme dringt tief in den Muskel ein und fördert nicht nur die Entspannung, sondern auch die Durchblutung. Dadurch werden die Selbstheilungskräfte aktiviert und der Muskel ist besser in der Lage sich zu regenerieren.

Danach findet eine Lokalisation der Schmerzpunkte statt. Der Therapeut oder Du selber gehen über den Muskel und ertasten, wo die Triggerpunkte liegen. Beim Streichen über die Muskulatur sind die Knoten meist deutlich wahrnehmbar. Sie sind als Verhärtung ausgeprägt und Schmerzen treten auf.

Die eigentliche Behandlung der Triggerpunkte ist relativ simpel. Durch einen gezielten Druck werden die Verhärtungen gelöst. Dies kann mitunter schmerzhaft sein, doch der Druck ist notwendig, damit die verklebten Faszien wieder geschmeidig werden.

Neben den Handgriffen ist auch eine Therapie mit Stoßwellen geeignet, um die Verspannungen zu vermindern. Dafür eignet sich eine Massagepistole hervorragend, welche in hoher Frequenz die Stöße auf den Muskel ausübt. Dadurch ist sehr gezielt und wirkungsvoll eine Behandlung der Triggerpunkte möglich.

Ergänzt werden kann das direkte Einwirken auf die Muskulatur mit dem Druck, durch spezielle Dehnübungen. Diese fördern die Beweglichkeit und verhindern, dass die Triggerpunkte erneut auftreten.

Möglichkeiten der Selbstbehandlung

Triggerpunkte sind schmerzhaft und stellen eine große Beeinträchtigung der Lebensqualität dar. Doch direkt wegen jeder Verhärtung zum Therapeuten zu gehen ist mit einem hohen Aufwand verbunden und nicht immer notwendig. Du kannst selber versuchen, die Triggerpunkte zu behandeln und selbstständig die Knoten lösen. Dies gelingt entweder mit Handgriffen oder entsprechenden Hilfsmitteln.

Massagerolle

Als sehr populär hat sich in diesem Bereich die Massagerolle etabliert. Sie besteht aus einem harten Kunststoff, welcher sich kaum verformen lässt. Du legst Dich mit der entsprechenden Körperregion auf diese Rolle und durch den Druck des Körpergewichts eine präzise Behandlung möglich. Verbleibe für einige Sekunden auf den schmerzhaften Punkten und merke, wie mit der Zeit die Verspannungen zurückgehen. Um gezielter die Bereiche um die Halswirbelsäule zu behandeln, stehen Duobälle zur Verfügung. Diese besitzen eine Aussparung in der Mitte, sodass sie nur auf den Muskel und nicht auf die Wirbel einwirken. Dadurch ist eine sichere Behandlung der Triggerpunkte entlang der Halswirbelsäule möglich.

Shiatsu Massagegeräte

Für eine intensive Entspannung sorgen Shiatsu Massagegeräte. Diese gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und sind sowohl als Kissen als auch Nackenmassagegeräte erhältlich. Sie bestehen aus Massageköpfen, die den Druck eines Masseurs nachahmen. Die Massageköpfe rotieren und die spezielle Form bewirkt einen Druck, durch welchen die Triggerpunkte gelöst werden.

Akupressurmatte

Eine ganzheitliche Wirkung lässt sich mit der Akupressurmatte erreichen. Diese besteht aus einer Vielzahl von kleinen Spitzen, welche die Muskulatur stimulieren. Der Vorteil an dieser Anwendung ist, dass die Akupressur den Stress lindert und die Durchblutung fördert. Der Druck auf die einzelnen Triggerpunkte ist zwar geringer, vorbeugend ist die Akupressurmatte aber ein hervorragendes Mittel, damit die Knoten erst gar nicht entstehen. Lege Dich täglich für einige Minuten auf die Matte, um diese heilsame Wirkung zu spüren.

Die Triggerpunktbehandlung gegen Verspannungen

Stellst Du Verhärtungen und Knoten in Deiner Muskulatur fest, sollten diese gelöst werden. Andernfalls droht das Auftreten von Schmerzen und die Beweglichkeit leidet darunter.

Die Triggerpunkttherapie stellt eine wirksame Möglichkeit dar, eine Entspannung der Muskulatur herbeizuführen. Dabei wird gezielt ein Druck auf die schmerzhaften Knoten ausgeübt, um die verklebten Faszien voneinander zu lösen. Dies kann von einem Therapeuten oder von Dir selber durchgeführt werden.

Nutze praktische Hilfsmittel, um selbstständig die Triggerpunkte zu behandeln. Dann wirst Du weniger unter den Schmerzen leiden und die Muskulatur erfüllt ihre Funktion.